Krr-p-t-k-k-k-krrrrrr
Ich gestehe, zum Autofahren „gönne“ ich es mir, Radio zu hören. „Gönnen“ in Anführungszeichen, weil es nicht selten eine ziemliche Zumutung ist und ich in wildes Zappen verfalle, wenn mich auf jedem Sender der gleiche, künstliche „Krr-p-t-k-k-k-krrrrrr“-Beat oder die ewige Schluchzstimme mir unbekannter Pop-Sternchen erwartet. Da gibt es einfach Modeerscheinungen, und das Radio dudelt sie ab, oft ohne sie geschmacklich zu bewerten. Es gibt dann noch die Hits, die ziehen immer (auch bei mir). Auf ein paar gute Radiosendungen kann ich mich dennoch verlassen, denn da finde ich etwas, was mit mir schwingt: Zeitlosigkeit. Musik ist für mich wie ein Wesen, wie eine Gottheit, die viele verschiedene Gestalten annehmen kann und doch immer denselben Kern hat. Was Musik für mich dann so göttlich machen kann (oder auch nicht), ist die Frage, ob sie meine Seele berührt und mich anders hinterlässt als vorher. Anders? Größer, innerlich weiter, beruhigter oder aufgekratzter, mir selbst näher. So denke und fühle ich über Musik; deshalb werde ich ungemütlich, wenn Leute proklamieren, dass Jazz immer gleich Swing sei und Folklore nicht zeitgemäß sei. Oder ich stelle mir dann vor, wie die Gottheit „Musik“ in sich hineinkichert, weil wir Menschen so viele Schubladen brauchen, um eine einzige Wahrheit auszudrücken.
Bevor ich seitenlang weiter philosophiere, komme ich zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte: Das Kozmic Trio darf sich über ein schönes Gastspiel bei „Jazz for the people“ freuen – und Ihr dürft Euch freuen, dass das schon nächste Woche passiert und (für die meisten von Euch) ganz in der Nähe ist. Ob die Gottheit „Musik“ auch anwesend sein wird, das weiß ich nicht. Findet es heraus! Ich kann Euch nur versprechen, dass ich mich maximal fünf Sekunden darum scheren werde, ob ich auf der Bühne Jazz oder Folklore oder Hardcore Electro Schuhplattler produziere. Viel Vergnügen!
29. Januar 2024