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Akustischer Reichtum

Liebe Freund*innen, Bekannte, Fans.

Musik kann eigentlich überall stattfinden. Wie Ihr wisst, singe ich ja gerne mal an Bushaltestellen oder in der Umkleide vom Schwimmbad. Musikhören läuft bei mir am besten zum Putzen, wirklich wahr. Dann singe ich auch gerne zweite Stimmen dazu oder lausche einfach nur und stelle mir die Band innerlich vor, wie sie aussehen, wie sie spielen. Oder ich mache mir ein Bild vom Verlauf des Stückes, das ich höre, so als wäre es ein Gemälde im Museum oder ein Theaterstück. Das alles passiert von außen unsichtbar, während ich Schwamm und Scheuermilch herumwirbele. Manchmal wirbelt mein Körper dann mit, ich tanze mit dem Schrubber.
Es gibt auch ganz stille Momente, in denen äußerlich eigentlich nichts passiert, Atmen ausgenommen. Gerade der Zustand des bloßen Atmens, Körper in Ruhe, Gedanken am Vorüberziehen, so absolut einfach und unforciert, kann ganz groß sein und vieles entstehen lassen. Manchmal kommt dann ein Wort, ein Gefühl, eine Zeile, ein Gedicht, irgendetwas, was diese Situation in der Tiefe erfasst. Daraus kann auch ein neues Stück entstehen – eine minutiöse Arbeit, die (zumindest bei mir) den Kopf erstmal überhaupt nicht dabei haben will. Besser so! Der hat sonst so viel Macht. Soll er mal ausruhen. Musik empfinde ich wie Zeit – sie ist überall zwischen den Fugen, manchmal süß, manchmal bitter. Meine Ohrwürmer sind der Soundtrack meines Lebens. Sie werden genährt von dem, was ich die Woche über höre. Das sind die Chorproben, die Stücke meiner Schüler*innen, meine Eigenkompositionen oder das, was ich gerade übe, Musik, die irgendwo im Hintergrund läuft. Wenn ich Noten sehe, dudelt oft schon der erste Ohrwurm los. Ich könnte Jahreskalender erstellen mit meinen Ohrwürmern aus dieser oder jener Zeit. Sie sagen fast mehr über mein Leben aus als Fotos.

Ich hoffe, dass ich nicht eine von Wenigen bin, die einen akustisch so schönen und reichhaltigen Alltag haben. Falls sich hier jemand im Mangel fühlt, biete ich gerne ein paar Chancen zur Bereicherung an!
Am 15.4., also sehr, sehr bald, wagen Marc Brenken, Serge Corteyn und ich bei „Jazz for the people“ ein kleines Abenteuer und improvisieren uns durch elektronische und analoge Klanglandschaften. Niemand weiß vorher, was passieren wird, es wird ein echtes Unikat von Konzert.
Am 2.5. wird es dann sehr gemütlich: Das KOZMIC TRIO lädt ein zu einem weiteren privaten Hauskonzert in Duisburg-Ruhrort. Jazz-Welt-Folklore hautnah und mit Blick auf die Ruhrmündung – die Platzzahl ist begrenzt, Anmeldungen unter meiner Emailadresse! Wir danken dem Gastgeber jetzt schon, diesen großartigen Ort mit unserer Musik erfüllen zu dürfen.

13. April 2026